21 Juli 2014

Tödliche Gefahr - Kohlenmonoxidbildung im Pelletslagerraum

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) warnt vor einer tödlichen Gefahr im eigenen Haus. Sowohl bei der Lagerung von Holzpellets als auch von Holzhackschnitzeln kann sich das hochgiftige Kohlenmonoxid bilden. Grund dafür sind Autooxidationsprozesse bei bestimmten Holzbestandteilen, die im Rahmen der Herstellung durch Zerkleinern, Erwärmen und Trocknen des Holzes in Gang gesetzt werden. Aus den ungesättigten Fettsäuren entstehen neben Kohlenmonoxid (CO) verschiedene Aldehyde. CO ist besonders tückisch, da es farb- und geruchlos ist. Gefährdet sind nicht nur die Bewohner, sondern auch das Wartungspersonal von Heizungsanlagen. Dem BfR wurden bereits Todesfälle von Personen gemeldet, die sich in einem Pelletslagerraum aufgehalten hatten. Tipps zur Problemvermeidung Pellets- und Holzhackschnitzellager dürfen nicht luftdicht abgeschlossen sein. Es sollte eine kontinuierliche Be- und Entlüftung ins Freie erfolgen. Ein Luftkanal zu bewohnten Räumen aller Art sollte nicht bestehen. Schließlich ist es wichtig, CO-Melder in Augehöhe raummittig zu installieren. Diese sind bereits für 40-50 EUR erhältlich. Das Anbringen eines Warnschildes ist nicht ausreichend. Ebenfalls dürfte kurzfristiges Lüften die Gaskonzentration nicht ausreichend herabsetzen. Bei 800 ppm treten bereits bei kurzer Aufenthaltsdauer Schwindel und Übelkeit, bei höheren Konzentrationen Bewusstlosigkeit auf.

Weiterführende Links:
www.kohlenmonoxidmelder.com
www.ardmediathek.de/tv/Servicezeit/Kohlenmonoxid-Melder-kosteng (online bis 25.3.15)
http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2014/19/giftige_gase_aus_dem_pelletbunker_vermeiden-191115.html

Zitat BfR:

Holzpellets für Heizanlagen und Heizöfen gelten als nachhaltiger kohlendioxidneutraler Brennstoff. Doch die zu länglichen Stäbchen gepressten Sägespäne haben bei der Lagerung in großen Mengen eine potenziell gefährliche Eigenschaft: Bei der Herstellung werden durch das Zerkleinern, Erwärmen und Trocknen des Holzes bzw. der Späne Autooxidationsprozesse bei bestimmten Holzbestandteilen in Gang gesetzt. Aus ungesättigten Fettsäuren entstehen beispielsweise Gase wie das gesundheitsschädliche Kohlenmonoxid (CO) und verschiedene Aldehyde. Noch Monate nach der Herstellung können die Pellets diese Gase freisetzen. Die Konzentration kann in Lagerräumen so hoch sein, dass es zu schweren Vergiftungen bei Personen kommen kann, die die Räume betreten. „Vielen Hausbesitzern und Betreibern von Heizanlagen auf der Basis von Pellets ist dieses mögliche Gefährdungspotenzial nicht bekannt“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Nach experimentellen Untersuchungen können in der Raumluft von Pelletlagerräumen Konzentrationen von bis zu einigen Tausend ppm Kohlenmonoxid auftreten, was zu tödlichen Vergiftungen führen kann“. Wie hoch die Konzentration in einem Lagerraum ist, hängt vom Füllstand, von der Temperatur und vom Luftaustausch sowie vom Alter der Pellets ab.

Ende Zitat  

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